Dramapädagogik mit jugendlichen Migranten an der St. Georgschule

Ein Kooperationsprojekt der St.-Georg Volksschule und des Lehrstuhles "Didaktik des Deutschen als Zweitsprache" der Universität Augsburg mit dem Theaterpädagogischen Zentrum (TPZ) des Jungen Theaters Augsburg.

 

"Dramapädagogik für jugendliche Migranten" mit dem Cornelsen Stiftungspreis -Zukunft Schule: Offenes Lernen in Zeiten der Standardisierung - in der Kategorie -Sonderpreis für Lehramtsstudierende

 

Liebe Dramafreunde,

anbei einige Informationen über das dramapädagogische Projekt und ihrer Geschichte.

 

Das DP Projekt hat seine Wurzeln in einer mehr als 5 Jahre dauernden Zusammenarbeit zwischen der St.Georgschule und dem Theaterpädagogischen Zentrum Augsburg, die im Rahmen von KS:AUG angeboten werden. KS:AUG ist der "Service Kultur und Schule" der Stadt Augsburg, dessen Schirmherr Bildungsreferent Herrmann Köhler ist.

Die damalige Schulleiterin der St-Georg Grund- und Hauptschule, Ingrid Rehm-Kronenbitter war offen für das Angebot und erkannte, dass kulturpädagogisches Arbeiten und die Vernetzung der Bildungsinstitutionen unter anderem eine Riesenchance für interkulturelle Arbeit und Sprachförderung in den Übergangsklassen darstellt.

 

Das erste Projekt mit der Übergangsklassen (7/9 Ü) fand 2008 statt. In dem ersten Stück "Neue Heimat Deutschland" verarbeiteten die Seiteneinsteiger ihre Zuwanderungserfahrungen. (Theaterpädagoge Volker Stöhr, Soz.Päd. Hanna Deggendorfer, Klassenleiterin Heike Mengele).

 

Das Folgeprojekt 2009 "Der kopierte Hund" ( TPZ V. Stöhr u. A.N. Rappel / H. Mengele), stellte die Sprachenvielfalt der Gruppe in den Mittelpunkt - dementsprechend wurde das Stück als Patchwork in mehr als 10 Herkunftssprachen der Schüler aufgeführt.

 

Diese ersten Projekte, die in den Übergangs-Klassen stattfanden, demonstrierten eindrucksvoll, dass das szenische Spiel und insbesondere die prozessorientierte Dramapädagogik große Chancen für die persönliche und sprachliche Entwicklung der Seiteneinsteiger und für das Einwirken auf gruppendynamische Prozesse in den Klassen bietet. Zudem kann der Lehrer durch eine Aufnahme dramapädagogischer Methoden über den Rahmen der Projektwoche hinaus positive Impulse im Unterricht setzen.

Über die Abordnung der Klassenlehrerin H. Mengele an der Lehrstuhl Prof. Dr. Rost-Roth "Deutsch als Zweitsprache und seine Didaktik" bot sich die Möglichkeit, das dramapädagogische Projekt ins Lehrangebot, das DiDaZ, das neue Fach im Lehramtsstudium, aufzunehmen. Das für den DaZ - Unterricht wertvolle Methodenset wird im Rahmen der Seminarveranstaltung vorgestellt und in Zusammenhang mit DaZ- Erwerbskontexten methodisch beleuchtet.

 

Das Kooperationsteam "Schule - Uni - Theater", (StGVS - Lst. DiDaZ - TPZ) erstellte ein kooperatives Gesamtkonzept, das - in den zentralen Punkten - die Zusammenführung einer Übergangs- und Regelklasse, vorbereitende Besuche der Theaterpädagogen in den Klassen und eine gemeinsame Projektwoche am TPZ von Übergangs- und Regelschüler unter Anleitung der Studierenden umfasst. In regelmäßigen (jährlichen) Arbeitstreffen der Kooperationspartner mit Vertretern vom Staatlichen Schulamt, KS:AUG, wurde das Konzept reflektiert, Finanzierungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen der Projektarbeit geklärt.

 

Das Projektseminar "Dramapädagogik mit jugendlichen Migranten der Hauptschule - Sprachförderung und interkulturelles Lernen" etablierte sich an der Uni als fester Bestandteil des praxisbezogenen Lehrangebots des Lehrstuhls DiDaZ. Seit 2009 wurde es - unter leicht veränderten Titel: aus Hauptschule wurde beispielsweise Mittelschule - fünf mal angeboten. Die Studierenden werden zum einen theoretisch an das dramapädagogische Methodenset herangeführt und erfahren, welche Möglichkeiten DP für Sprachförderung und interkulturelles Lernen bietet. Unter Anleitung der Theaterpädagogin Helga Schuster erleben sie darüber hinaus in vier praktischen Workshops am eigenen Leib, wie die spielerischen- körperbetonten, ganzheitlichen Methoden sich auf Lern- und Sozialverhalten auswirken. Geführt von erfahrenen Theaterpädagogen (Volker Stöhr, Helga Schuster, Andrea Nicola Rappel, Christian Beier) lernen sich die Schüler und die Studierenden an der St-Georg-Mittelschule kennen. Die Studierenden erfahren, wie sie den Sprachstand der Schüler einschätzen können und gewinnen einen Eindruck der Heterogenität der Gruppe, nicht zuletzt im Hinblick auf Sprache, kulturellen Background und Leistungsvermögen. Nach vorbereitenden Treffen konzipieren die Studierenden - mit Unterstützung der Dozentin, Theaterpädagogen und Klassenlehrer- Workshops (Kleingruppenarbeiten mit max. 7-8 Schülern) für die Projektwoche. Die Erfahrungen, die die Studierenden in begleiteter Praxis machen, sind für die angehenden Lehrer sehr wertvoll.

 

An der St.-Georg Mittelschule etablierte sich das Projekt als Chance, die Schüler der Übergangsklassen an die Regelklassen anzubinden (interkulturelles Lernen) und die kreativen Potentiale der Drama- und Theaterpädagogik ins Methodenset aufzunehmen. Die Einbindung der Studierenden ermöglicht ein personal- und somit sprachlich intensives Miteinander, das von den Schülern als Gewinn betrachtet wird.

Die Projektgruppe "Schule - Uni - Theater" dankt dem Schulreferat, insbesondere Herrmann Köhler, KS:AUG und Schule Plus, der Volksschulstiftung Augsburg, dem staatlichen Schulamt der Stadt Augsburg und SPARDA Bank für jahrelange finanzielle, strukturelle und moralische Unterstützung auf der schulischen Seite, ebenso den beiden Augsburger. Bäckereien Balletshofer und Schneider, für die tägliche Verköstigung der Schüler an den WS Tagen.

 

Der BB Bank, der Gesellschaft der Freunde der Universität und dem Lehrstuhls "Deutsch als Fremdsprache und seine Didaktik" sei gedankt für die Bereitstellung von Projektmitteln, die die universitären Maßnahmen tragen.

 

Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage des Lehrstuhl : www.philhist.uni-augsburg.de/de/lehrstuehle/germanistik/DaF/projekte/Dramapaedagogik-Projekt.html

 

26.1.2012

Heike Mengele und Volker Stöhr

 

Downloads

Dramapaedagogik_Zukunftspreis.pdf

Zukunftspreis Dramapädagogik: Der Bericht

114 K

Impressionen

 

 

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